Online-Bewertungen können in einem Meer von Angeboten Orientierung schaffen. Bedingungslos vertrauen sollte man ihnen allerdings nicht.

Die meisten von uns tun es, bevor wir ein Hotel buchen, einen Laptop kaufen, in ein Restaurant gehen oder uns bei einer Hochschule einschreiben: Wir durchstöbern Online-Bewertungen, um dank der Erfahrungen von anderen die bestmögliche Entscheidung zu treffen. Plattformen wie Tripadvisor, Yelp, booking.com oder auch eduwo (Bewertungsplattform für Aus- und Weiterbildungen) werden rege genutzt und die gebotene Orientierungshilfe wird geschätzt. Laut einer Studie der Fachhochschule Worms nutzen 90 % der Befragten Bewertungsportale, bevor sie ein Hotel buchen und eine weitere Studie von HolidayCheck zeigt, dass die Hälfte der Befragten Online-Bewertungen als genauso hilfreich betrachten, wie Empfehlungen von Freunden und Verwandten.

Austausch auf Augenhöhe
Bei solchen Bewertungen und Erfahrungsberichten kann man von Peer-to-Peer-Kommunikation (P2P) sprechen, also der Kommunikation zwischen Gleichwertigen. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem IT-Bereich und beschreibt ein Rechnernetz, bei dem jeder Computer im Netz gleichberechtigt ist und der Datenaustausch nicht über einen zentralen Server läuft. Dieses System wird beispielsweise bei Filesharing-Plattformen angewendet, auf denen Musik oder Filme ausgetauscht werden können. Aber auch instant Messaging Dienste wie Skype basieren auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk.

Peer-to-Peer stammt aus der Computer-Szene und beschreibt ursprünglich die Gleichwertigkeit von Servern untereinander.

Die Macht der Kunden
Für die Kunden bedeutet das, dass sie sich nicht mehr nur auf die Angaben verlassen müssen, welche die Anbieter selber herausgeben, sondern es stehen ihnen eine Vielzahl von Meinungen zur Verfügung, die bei Entscheidungen helfen sollen. Die Anbieter hingegen können sich kaum noch einen Fehltritt leisten, denn dieser wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit in ihren Bewertungen widerspiegeln und somit ihre Chancen auf dem Markt verschlechtern. Der Satz «Der Kunde ist König» hat somit nochmals an Bedeutung gewonnen, denn seine Meinung kann manchmal über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Ein Klick und die Meinung wird zur Online-Bewertung.

Betrugsversuche bei Bewertungen
Bedenkt man, wie wichtig Online-Bewertungen in den letzten Jahren geworden sind, überrascht es nicht, dass es auch immer häufiger Betrugsversuche gibt: Positive Bewertungen können in 10er-Packs gekauft werden, Anbieter fordern ihre Angestellten und deren Umfeld auf, unter anderen Namen Bewertungen für das eigene Unternehmen oder Produkt abzugeben oder sie geben der Konkurrenz schlechte Bewertungen, um selber besser dazustehen. Es ist also einerseits eine gewisse Skepsis von Seite der Kunden gefragt, andererseits liegt es auch in der Verantwortung der Seitenbetreiber, gegen die Betrugsversuche vorzugehen. Im Falle von eduwo wird jeder einzelne Erfahrungsbericht überprüft, damit Betrugsversuche ausgeschlossen werden können. Ausserdem können pro Email-Adresse nur zwei Bewertungen abgegeben werden (z. B. 1 x für den Bachelor- und 1 x für den Masterabschluss).

Fazit
Erfahrungsberichte können einen grossen Mehrwert bringen, solange man sie kritisch hinterfragt.

Hinterlasse eine Nachricht

Dein Kommentar
Bitte gib deinen Namen an