Organspende rettet Leben. Doch wessen Leben? Wo beginnt die freiwillige Organspende und wo der illegale Organhandel?

In der Schweiz ist die Organspende klar geregelt. Seit 2007 ist das gesamtschweizerische Transplantationsgesetz in Kraft. Dieses definiert die Voraussetzung für eine Organ Entnahme. Zudem gilt in unserem Land die erweiterte Zustimmungslösung. Heisst, wer seine Organe nach dem Tod spenden will, kann dies mit einem Ausweis dokumentieren.

Wie funktioniert Organspende? Swisstransplant hat dazu ein lehrreiches Video gemacht.

Die auf ein Organ wartende Personen sind Menschen wie du und ich. Ein in der Schweiz bekanntes Gesicht ist Arta. Die Baslerin dokumentierte 2017 ihre Geschichte auf Instagram. Sie wartete über ein Jahr auf eine neue Lunge. Ihr Zustand verschlechterte sich. Bis zum 27. Oktober 2017. Da wurde ihr ein neues Leben geschenkt.

Swisstransplant rechnet mit zwei Todesfällen pro Woche aufgrund des Organmangels. Laut Swisstransplant sterben jährlich 15-30 Prozent der Patienten in Europa, da sie nicht rechtzeitig ein neues Organ erhalten haben. 100 davon in der Schweiz. Aus diesem Grund wird oftmals zu illegalen Methoden gegriffen. Jedes Jahr reisen zig Patienten in Entwicklungsländer.

Die NZZ berichtet Ende 2013: „Jede zehnte Organtransplantation weltweit ist illegal“. Im Mai berichtet die Zeit, dass vier Menschen in Kosovo wegen Organhandel festgenommen wurden. Grund dafür: illegale Transplantation und Handel mit Organen und Zellen. So heisst die Verdächtigung. Und dies in einer Privatklinik.

Woher kommen die Organe?

Der Besitzer des jeweiligen Organes kann nicht immer zurück verfolgt werden. Genau so wenig, ob die Spende freiwillig erfolgte.

Im August 2018 publizierte Arte ein Fall eines 16-jährigen Mädchens, die Opfer von Organhändler wurde. Und damit ist sie nicht die Einzige. Gerade in Entwicklungsländer werden Menschen aus ärmeren Schichten für wenig Geld zur Spende gezwungen. Hoch im Kurs stehen Länder wie China, Indien Pakistan, Brasilien, Philippinen und einige Länder Afrikas. Aber auch Flüchtlinge verkaufen verzweifelt ihre Organe. Der illegale Organhandel ist ein Vermögen wert. Doch nicht für die Spender.

Was tut die Schweiz gegen den illegalen Organhandel?

Die Schweiz unterstützt die Angleichung der Strafrechtssysteme in Europa zur Bekämpfung des Organhandels. Wir haben bereits solide rechtliche Rahmenbedingungen gegen den Organhandel. Trotzdem solle hier noch kein Halt gemacht werden.

Passend zu diesem Thema schrieb Kazuo Ishiguro den Roman „Never let me go“. 2010 wurde das Buch verfilmt und erschien im deutschsprachigen Raum unter dem Namen „Alles, was wir geben mussten“. In den Hauptrollen sind niemand anders als Keira Knightley, Andrew Garfield und Carey Mulligan.

Zum Inhalt:

Der Schein trügt. Kathy und ihre besten Freunde Ruth und Tommy wachsen in keinem normalen Internat auf. Die Lehrer heissen Aufseher und auch das Leben der drei Kinder ist für sie vorbestimmt worden. Denn die Schüler der Schule Hailsham dienen einzig und allein als Organspender. Doch zu welchem Preis?

Dieser Beitrag ist als Erspublikation auf tize erschienen.

Hinterlasse eine Nachricht

Dein Kommentar
Bitte gib deinen Namen an