Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) – Welt der Einsteine und der Paulis, der Innovationen und der Spitzenforschung, aber auch der Basisprüfung und Durchfallquoten. 4’300 neue Bachelor- und Masterstudierende begannen im September 2019 ihr Studium an der ETH, um nach einigen herausfordernden Jahren ihren Lebenslauf mit einem ETH Abschluss schmücken zu können. Doch lohnt sich ihr Aufwand auch wirklich? Wir betrachten den Ruf der ETH mal genauer und zeigen Dir auf, warum auch Du eine ETH Ausbildung in Erwägung ziehen solltest.

ETH überholt Cambridge

In der im Jahr 2019 erschienenen Ausgabe des QS World University Rankings konnte sich die ETH weltweit auf Rang 6 platzieren – vor der Universität Cambridge und ausserdem einen Platz höher als im Vorjahr. Auch in anderen internationalen Rankings schneidet die ETH konsistent als einer der weltweit Top 20 Hochschulen ab. Solche Ranking-Bestnoten sind hauptsächlich auf den internationalen Ruf für Exzellenz zurückzuführen, welche die Hochschule weltweit bei Professoren wie auch Arbeitgebern geniesst. Neben dem internationalen Ruf, der Zitierhäufigkeit von Forschenden und dem Betreuungsverhältnis von Dozierenden zu Studierenden gewichtet die QS Ranking ausserdem auch den internationalen Austausch an einer Hochschule selbst. Die ETH kann da nicht klagen: 50 Prozent der Masterstudierenden und Doktorierenden und sogar 70 Prozent der Professorinnen und Professoren kommen aus dem Ausland. In den meisten Bachelorstudiengängen trifft man zwar aufgrund der Unterrichtssprache in Deutsch weniger ausländische Studierende an, doch von dem vorwiegend auf Englisch unterrichtetem Masterstudium profitieren Studierende wie auch Dozierende von einer regen internationalen Community.

Foto: ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Strenge und Qualität

Die ETH ist bekannt für die mathematisch fundierte Ausbildung, welche sie ihren Absolvierenden auf den Weg gibt. Mathematik, Informatik und Physik sind Teil aller ETH Bachelorstudiengänge (für die spezifischen Anteile dieser Fächer bei verschiedenen Studiengängen siehe hier). Entsprechend hoch sind die Durchfallquoten bei der Basisprüfung – je nach Studiengang bis zu 60 Prozent des Jahrgangs, aber auch bei späteren Blockprüfungen, wobei sowohl die Basisprüfung wie auch Blockprüfungen nur vollständig und nur ein zusätzliches Mal abgelegt werden können. Nicht selten bestehen Studierende zwar die Basisprüfung aber scheitern dann im ersten oder einem späteren Prüfungsblock.

Foto: ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Das berüchtigte Basisjahr mag zwar abschreckend erscheinen, doch dient es nebst der Selektion auch der Grundausbildung, um in späteren Studienjahren auf einem Niveau vergleichbar mit berüchtigten Institutionen wie MIT oder Caltech mithalten zu können. Im Gegenzug wird zwar manchmal bemängelt, ein ETH Studium beinhalte besonders im Vergleich zu Fachhochschulabschlüssen viel weniger Praxisrelevanz. In einem Interview mit der NZZ betont ETH Professor Thomas Vogel jedoch den Vorteil genau dieses tieferen theoretischen Verständnisses, denn ETH Studierende müssen auch „in neuen, unbekannten Situationen praktikable Lösungen entwickeln können“.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Nur 1.7 Prozent der Studierenden, welche 2012 einen Master an der ETH abgeschlossen hatten, waren ein Jahr später noch erwerbslos. Im Vergleich dazu lag die mittlere Erwerbslosigkeit ein Jahr nach dem Studium für alle Schweizer Universitäten inklusive der EPFL und der ETH Zürich bei 3.9 Prozent. Fünf Jahre nach einem ETH Abschluss können Masterabsolvierende eines Studiengangs in den exakten und Naturwissenschaften mit einem mittleren Bruttojahreseinkommen von 90’000 Franken rechnen, Absolvierende von interdisziplinären Wissenschaften sogar mit 100’100 Franken. Falls eine spätere Führungsposition angestrebt wird, lohnt sich das Doktorieren: Fünf Jahre nach einem ETH Doktorat waren mehr als die Hälfte der Doktorierende in einer Führungsposition angestellt.

Vielfältige Forschungsaussichten

Falls Du lieber in der Forschung weiterarbeiten möchtest, kannst Du dich nach dem Masterstudium zu den anderen mehr als 4’000 Doktorierenden dazugesellen. Forschungsschwerpunkte reichen von Medizin, Datenwissenschaften, Nachhaltigkeit bis hin zu Fertigungstechnologien. Forschende der ETH sind weltberühmt – sind doch darunter schon 21 Nobelpreisträger wie Einstein, aber auch neuere Shooting Stars wie der Berner Chemienobelpreisträger Kurt Wüthrich. Über 100 Patentanmeldungen sowie mehr als 200 Erfindungen werden pro Jahr verzeichnet, woraus ausserdem bereits mehr als 400 Spin-off-Firmen entstanden sind.

Foto: ETH Zürich / Gian Marco Castelberg

Wenn also Dein Herz für Wissenschaft und Technik schlägt und Du eine gute Portion Motivation und Ausdauer mitbringst, ist Dir mit einem ETH Studium bestens gedient. Schau doch gleich hier, welcher ETH Studiengang am besten zu Dir passen würde.

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