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Prof. Dr. Margit Mönnecke, Rektorin der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) spricht mit uns im Interview über ihren Traumberuf als Kind und erklärt, wieso es vermehrt IngenieurInnen braucht und warum sie nochmals dasselbe Studium wählen würde.

Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?

Schon als Kind habe ich mich für die Natur und Tiere begeistert, war in den Ferien auf dem Bauernhof meines Onkel. Ich wollte gerne Tierärztin für Grosstiere werden.

Welchen Bildungsweg haben Sie absolviert?

Nach der Primarschule bin ich aufs Gymnasium gewechselt und habe dort die Matura gemacht. Vor dem Studium der Landschafts- und Freiraumplanung an der Universität Hannover habe ich ein einjähriges berufsorientiertes Vorpraktikum absolviert. Später habe ich dann promoviert.

Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial im Schweizer Bildungssystem?

Aus der Praxis wird uns immer wieder gespiegelt, dass bei Absolventinnen und Absolventen Wert auf schriftliche und mündliche Artikulationsfähigkeit gelegt wird. Dieses Thema sollte meiner Meinung nach bei der Fülle der zu bewältigenden Lehrinhalte zentraler behandelt werden. Grundsätzlich haben wir in der Schweiz ein sehr gutes duales Bildungssystem.

Wieso sollten sich Studieninteressierte für Ihre Hochschule entscheiden?

Technik und Umwelt sind die zentralen Themen unserer Zeit. Wir brauchen dringend Ingenieurinnen und Ingenieure, die die technologischen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit anpacken können. Die HSR bietet in diesem Themenfeld acht Studiengänge auf Bachelor- und Masterstufe an.

Welche Fähigkeiten müssen Studierende im zukünftigen Arbeitsmarkt mitbringen?

Einerseits sollen Absolventinnen und Absolventen eine fundierte Ausbildung mitbringen, andererseits auch bereits Praxiserfahrung vorweisen können. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels suchen Arbeitgeber genau diese Kombination. FH-Absolventen und -Absolventinnen sind deshalb sehr gefragte Fachkräfte.

Wenn Sie nochmals studieren könnten: Für welches Studium würden Sie sich interessieren?

Ich würde noch einmal Landschafts- und Freiraumplanung studieren. Ich bin nach wir vor der Meinung, dass es eine meiner besten Entscheidungen in meinem Leben war. Es ist ein tolles Studium, da es sowohl naturwissenschaftliche, planerische und künstlerische Bereiche miteinander verknüpft.

Auf welche beruflichen Leistungen sind Sie besonders stolz?

Sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen und dabei Neues aufzubauen und Menschen mitzunehmen ist mir sehr wichtig. Der Aufbau des ersten Masterstudiengangs für Nachhaltiges Tourismusmanagement, die Gründung des Instituts für Landschaft und Freiraum oder die Einführung eines Best Teaching Awards an der HSR sind Beispiele dafür.

Welches sind die grössten Herausforderungen für Studierende in der heutigen Zeit?

Vor dem Hintergrund der unbegrenzten Möglichkeiten für sich herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Talente am besten einen Nutzen und persönlichen Erfolg bewirken können.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf am meisten?

Mein Beruf bietet mir einen grossen Gestaltungsraum und Vielseitigkeit. Ich schätze zudem den Kontakt mit verschiedenen Menschen und die tägliche Beschäftigung mit sehr aktuellen Themen

Wird LehrerInnen und DozentInnen genügend Wertschätzung entgegengebracht?

Bezüglich der Lehreinnen und Lehrern an den Primar-, Sekundar- und Mittelschulen traue ich mir kein fundiertes Urteil zu. An den Hochschulen wird Dozierenden ausreichend Wertschätzung entgegengebracht. An unserer Hochschule wird der direkte Kontakt mit den Dozierenden von den Studierenden sehr geschätzt

Bei welcher berühmten Persönlichkeit würden Sie heute gerne mal als «Schülerin» in den Unterricht sitzen und etwas lernen? Und warum?

Gerne würde ich bei der Sängerin Joni Mitchel im Unterricht sitzen. Mich würde interessieren, wie sie komponiert, woher sie ihre Ideen für Songs nimmt und wie frau es schafft, immer wieder etwas Neues zu kreieren und zu produzieren.

Zur Person:

Prof. Dr. Margit Mönnecke hat ursprünglich Landschafts- und Freiraumplanung studiert und an der Universität Hannover promoviert. Dort hat sie als Dozentin für Landschaftsplanung und Tourismusentwicklung gearbeitet. Daneben war Prof. Dr. Margit Mönnecker selbstständige Landschaftsplanerin. Seit 2002 ist die 59-Jährige an der HSR tätig und seit 2017 Rektorin der Hochschule.

Wir danken Prof. Dr. Margit Mönnecke für das Interview.

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