Gerade zu Prüfungszeiten greifen Studierende gerne zu Wachmachern wie Kaffee und Energy Drinks. Doch verhelfen diese wirklich zu besseren Leistungen oder richten sie mehr Schaden an, als wir eigentlich denken?

Um herauszufinden, welche Auswirkungen der Konsum von Kaffee und Energydrinks auf den eigenen Körper hat, müssen wir zunächst die Inhaltsstoffe der Getränke aufschlüsseln. Einfachheitshalber gehen wir bei den Energy Drinks immer von Red Bull aus.

Die Wirkung von Koffein

Wohl allen bekannt ist, dass sowohl Kaffee als auch Red Bull Koffein enthalten. Trinkst du einen Kaffee, wird das Koffein innerhalb von 30 Minuten über den Magen und den Dünndarm resorbiert und verteilt sich dann übers Blut im ganzen Körper. So gelangt es auch ins Gehirn, wo es sich auf unsere körperliche und geistige Leistung auswirkt. Bereits in geringen Dosierungen kann Koffein unsere Konzentration verbessern und Müdigkeit vorübergehend beseitigen. Ausserdem kann es durch die leichte Verengung von Blutgefässen im Gehirn, Kopfschmerzen und Migräne lindern.

Wie auch bei vielen anderen Wirkstoffen, entwickelt sich bei wiederholter Einnahme über einen längeren Zeitraum eine Toleranz gegenüber der Wirkung von Koffein. Möchtest du verhindern, dass sich dein Körper an das Koffein gewöhnt, solltest du auf den täglichen und übermässigen Konsum von koffeinhaltigen Getränken verzichten.

Inhaltsstoffe von Red Bull

Der wohl bekannteste Energy Drink, Red Bull, enthält neben Koffein noch weitere, laut Red Bull, leistungsstärkende Inhaltsstoffe. Auf der Hompage wirbt Red Bull folgendermassen dafür: «Hohe Ziele dieses Semester? Das Unileben kann einem ganz schön viel abverlangen. Aber beflüüügelt von Red Bull bleibt man ganz leicht obenauf.» Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Red Bull enthält, zusätzlich zum Koffein, Taurin und Zucker. Taurin ist eine Aminosäure, die auf natürliche Weise im menschlichen Körper und in tierischen Produkten vorkommt. Da Taurin den meisten Energy Drinks zugefügt wird, wird oftmals von einer Konzentration fördernder und leistungsstärkender Wirkung gesprochen. Wissenschaftlich ist dies aber nicht bewiesen. Viel eher hat Taurin einen beruhigenden Effekt.

In einer Dose Red Bull sind ausserdem rund 28 Gramm Zucker enthalten. Haushaltszucker gehört zu den einfachen Kohlenhydraten, welche schnell ins Blut gelangen und die Insulinausschüttung in die Höhe treiben. Dies führt zu einer raschen Senkung des Blutzuckerspiegels was wiederum zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeit und einem vermehrten Hungergefühl führt. Das Trinken einer Dose Red Bull führt somit zwar zu einem kurzzeitigen Energieschub, danach fühlst du dich aber müder und schwächer als zuvor.

Kaffee oder Energy Drink?

Hast du die Wahl zwischen einem gewöhnlichen Filterkaffee und einem Energy Drink, solltest du dich längerfristig gesehen für die Tasse Kaffee entscheiden. Eine tägliche Zufuhr von 400 Milligramm Koffein, was etwa vier Tassen Kaffee entspricht, gilt als unbedenklich. Natürlich darfst du dir auch ab und zu eine Dose Red Bull gönnen. Bei diesem Ab und Zu sollte es aber auch bleiben. Einerseits auf Grund des hohen Zuckergehalts, andererseits, da möglich Wechselwirkungen mit anderen Inhaltsstoffen noch nicht vollständig erforscht sind. Vor allem das beliebte Mischgetränk Wodka Energy solltest du mit Vorsicht geniessen. Es unterdrückt das Müdigkeitsgefühl, welches der Konsum von Alkohol normalerweise mit sich bringt.  Zusätzlich verleitet es dich dazu, deutlich grössere Mengen an Alkohol zu dir zu nehmen, als du es ohne das Koffein tun würdest.

Alternativen für einen Energieschub

Willst du deine Müdigkeit loswerden, möchtest aber nicht zu einem Kaffee oder Energy Drink greifen, gibt es auch einige Alternativen, die dir einen Energiekick geben. Sowohl Grün- wie auch Schwarztee enthalten Koffein. Da das Koffein beim Tee an Gerbstoffe gebunden ist, wirkt es langsamer, es hält dafür aber auch länger an, als bei einer Tasse Kaffee.

Ein Ingwer-Zitronen-Aufguss regt durch die Schärfe des Ingwers den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Der Zitronensaft hat einen positiven Effekt auf das Gehirn und die Nerven auf Grund der hohen Kalium- und Magnesiumwerte.

Sollte das alles nichts für dich sein, gibt es noch das Guarana Pulver. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet und hat einen deutlich höheren Koffeingehalt als Kaffee. Um das Energiegetränk zuzubereiten, rührst du etwa einen Kaffeelöffel Guarana Pulver in 250 Milliliter heisses Wasser ein. Wie beim Tee muss der Körper auch beim Guarana zuerst die Gerbstoffe abbauen und es kommt es zu einer langanhaltenden Energiefreisetzung. Aber Achtung: Wie auch beim Kaffee, solltest du die täglichen Koffeinkonsum von 400 Milligramm nicht überschreiten, da es sonst zu Herzrasen oder Bluthochdruck kommen kann.

Zu guter Letzt ist es natürlich wie immer wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, sich genügend zu bewegen und genügend Schlaf zu bekommen. Denn alle angesprochenen Wachmacher nützen nichts, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Fotos: unsplash

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