Können nur Reiche studieren?

In den letzten Monaten habe ich oft gehört, dass jemand im Bekanntenkreis sein Studium abbrechen musste, weil die finanziellen Mittel nicht mehr ausgereicht haben. Andere verzichten ganz auf ein Studium, vielleicht weil die Summe des Stipendiums viel zu klein wäre oder kein Darlehen gewährt wurde. An privaten Fachhochschulen arbeiten Studenten 80% oder sogar mehr, damit sie sich ihren Wunsch-Studiengang finanzieren können. Diese Doppelbelastung sagt aber auch nicht jeder Person zu. Wieder andere möchten unabhängig bleiben und es aus eigener Kraft schaffen – ohne der Familie «auf der Tasche zu liegen».

Was würdest du jemandem raten, der aus finanziellen Gründen nicht studieren kann?

Die Angelegenheit ist schwierig, denn über Geld spricht man scheinbar nicht oder zu wenig.

Als ich mich 2016 dafür entschieden habe, an einer privaten Fachhochschule zu studieren, wäre ich bereit gewesen, einen Kredit bei einer Bank dafür aufzunehmen. Als dann aber ein privater Sponsor auf mich zukam, konnte ich diese Idee mit gutem Gewissen wieder verwerfen. Trotzdem: Das war pures Glück!

Kurz nach meiner Anmeldung für das Studium las ich einen spannenden Beitrag im Internet: Die Finanzierung von Privatpersonen durch andere Privatpersonen. Die Bank ist zu keinem Zeitpunkt involviert. Zum ersten Mal hörte ich den Begriff «Crowdlending für Studenten» im Zusammenhang mit einem Start-Up in Zürich. In den USA, UK und China ist dieses Modell bereits etabliert. In der Schweiz liest man immer mehr davon und plötzlich tauchen weitere Start-Ups auf und zeigen Gebühren transparent auf und sind günstiger als traditionelle Institutionen. Doch kann dieses Modell tatsächlich eine Stütze während dem Studium sein oder ist dies nur ein anderer Weg, sich selber zu verschulden?

Worauf solltest du achten?

Fakt ist, dass ein Kredit keine geschenkte Finanzspritze ist und man monatliche Raten bezahlt. Zuerst solltest du dir grundsätzlich überlegen, ob ein Kredit überhaupt benötigt ist und wenn ja, welche Summe für dich Sinn macht. Danach kommt ein entscheidender Schritt: Welche monatliche Rate kannst du dir wirklich leisten? Knappe Berechnungen, die dich an deine finanziellen Grenzen bringen, lohnen sich nicht. Man weiss nie was für unvorhergesehene Kosten während dem Studium aufkommen könnten. Dazu gibt es einen spannenden Beitrag vom Kassensturz (Beitrag vom 1. Mai 2018) zu einem unglücklichen Fall.

Fazit

Einen Kredit aufzunehmen hat Vor- und Nachteile, welche sorgfältig analysiert werden müssen. Crowdlenders legen Wert auf Transparenz und geben dir gerne Tipps & Tricks. Wenn aber alles passt, dann steht dir nichts im Weg, dich auf dein Studium oder deine Weiterbildung zu konzentrieren und dir deinen Abschluss zu sichern. Vielleicht investierst du später mal selber in die Ausbildung eines Studenten.

Dieser Beitrag ist als Erstpublikation auf fhnews.ch erschienen.

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