Viele von uns tragen heute Piercings oder Tattoos am ganzen Körper und sie sind kaum mehr wegzudenken. In der heutigen Gesellschaft lassen sich viele Jugendliche kurz nach ihrem 18. Geburtstag ein Piercing oder Tattoo stechen. Geschmacksache ist es jedoch, ob einem die Verzierungen gefallen oder nicht. Gewisse Veränderungen und Verschönerungen an unserem Körper können ganz schön schmerzhaft sein. Eine Leidenschaft fürs Leiden.

Definition des Körperschmucks

Oder auch bekannt unter dem Begriff Körpermodifikation. Zu diesem Begriff werden alle Veränderungen des menschlichen Körpers hinzugezählt, welche sowohl aus ästhetischen, sexuellen oder kulturellen Gründen abgeleitet werden können. Zu Körpermodifikationen werden neben Tattoos und Piercings auch Implantate und Brandings (eingebranntes Zeichen in die Haut) hinzugezählt.

Schwierig wird es bei der Abgrenzung von Schönheitsoperationen, denn es gibt keine eindeutige Regel. Bei chirurgischen Eingriffen könnte man eigentlich immer von einer Körpermodifikation ausgehen, jedoch spielt das Motiv für die Umgestaltung des Körpers die entscheidende Rolle.

Die Rede von Körpergestaltung ist, wenn nur oberflächlich am Körper etwas verändert wird. Zum Beispiel Klebe-Tattoos aus unserer Kindheit oder das im Trendliegende Body painting.

Verwendung des Körperschmucks

Eine der ersten Körpermodifikationen im alten Europa war die Tätowierung. Piercings aller Art kamen von den Kulturen rund um den Indischen Ozean. Vom 19. bis ins 20. Jahrhundert erlebte die Tätowierung eine zweite Blütenzeit, bis sie nach dem 2. Weltkrieg fast vollständig verloren ging. Erst in den 70er bis 90er Jahren kam das Tätowieren wieder auf. Dabei verloren die Tattoos langsam ihren schlechten Ruf und das Piercen erlebte einen grossen Ansturm.

Verschiedene Formen von Körpermodifikation

Unter Piercing versteht man Ringe oder Stäbe, welche meist aus Metall oder Silber bestehen. Diese werden an verschiedenen Körperstellen (Ohr, Nase etc.) durch die Haut (Fett- und Knorpelgewebe) gestochen.

Transdermals sind Implantate aus Metall. Unter der Haut befindet sich das dazugehörige Implantat, damit ausserhalb des Körpers das Schmuckstück zu sehen ist (oft im Brustkorbbereich).

Bei einer Tätowierung wird mit Tinte ein Motiv auf der Haut angebracht, wobei eine oder mehrere Nadeln bei der Tätowier-Maschine nötig sind.

Skarifizierung sind Ziernarben die absichtlich in der Haut angebracht werden. Dazu gehören auch die Begriffe Cutting (schneiden) und Branding (die Brandmale).

Kuriose Körpermodifikationen sind zum Beispiel: Zungenspaltung, eingesetzte Zierimplantate, Bagelheads (runde Bagelform auf der Stirn), Padaung (viele Ringe um den Hals) oder Tellerlippen.

Quelle: unsplash

Motive der Verwendung

Das vorliegende Schönheitsideal gibt die ästhetischen Gründe an, welches sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder veränderte und Region abhängig ist. Die junge Generation ist offener und hat Verschönerungen am Körper akzeptiert. Hingegen sehen viele ältere Personen Tattoos, Piercings etc. als unnötig und schwachsinnig an. So haben tätowierte Menschen den Ruf, Verbrecher und Kriminelle zu sein. Ebenfalls scheiden sich die Geister beim im Trend liegenden Septum-Piercing. Die Jungen finden es cool und trendig, während die ältere Generation Witze darüber reisst und das Schmuckstück als Kuh Piercing bezeichnet. Neben ästhetischen Gründen liegen auch rituelle Motive (Tattoos für Jahresangaben) oder die Kulturelle Identität (Körperschmuck als Zugehörigkeit von Stämmen) im Vordergrund.

Es ist jedem selbst überlassen, ob er seinen Körper verändern möchte oder nicht. Zu beachten gilt, dass bei jedem Körperlichen Eingriff Risiken bestehen, vor allem bei unlizenzierten Chirurgen.

Dieser Beitrag ist als Erstpublikation auf tize erschienen.

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