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Im Interview erzählt uns Daniel Hölzle, Grüne-Politiker aus dem Kanton Aargau, wieso er kein Vorbild hat, warum sich junge Menschen in einer Jungpartei engagieren sollten und wo die Vorteile digitaler Medien liegen.

Auf welchen Erfolg Ihrer bisherigen politischen Karriere sind Sie besonders stolz?

Stolz sind Leute, die das Gefühl haben, sie alleine hätten etwas erreicht und ohne sie geht gar nichts. Bei allem was ich mache, sind immer ganz viele Menschen beteiligt. Daher lasse ich das mit dem stolz sein gerne. Und bin lieber dankbar für gute Gespräche mit anderen Menschen, die zu guten Ideen führen.

Weshalb haben Sie sich für ein politisches Amt entschieden?

Ich war schon immer politisch interessiert und so kam dann irgendwann der Entscheid, selber Verantwortung übernehmen zu wollen, als nur an allem rumzumeckern.

Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial für die Schweizer Bildungslandschaft?

Ich bin der Meinung, dass im Bereich der digitalen Bildung mehr gemacht werden könnte. Mit dem LP 21 hat man dies zwar angepackt. Die Finanzierung an der Schule vor Ort ist aber sehr unterschiedlich. Es gibt keine einheitlichen Standards. Aus meiner Sicht müsste da klar auch die Finanzierung des Supports, der Infrastruktur und insbesondere auch der Weiterbildung der Lehrpersonen sichergestellt werden.

Trifft die Politik genügend Massnahmen für das Schweizer Bildungssystem?

Es geht in die richtige Richtung, oft aber zu wenig konsequent und man will Änderungen zu oft kostenneutral durchführen. Dies führt dann zu Lösungen, die nicht wirklich zufriedenstellend sind.

Was raten Sie jungen Menschen, die eine politische Laufbahn anstreben?

Es lohnt sich sicher, sich in einer Jungpartei zu engagieren. Da kann man erste Erfahrungen holen und ein Netzwerk aufbauen, das sehr nützlich werden kann.

Wie gehen Sie als Politiker mit Kritik um?

Es hängt immer davon ab, woher die Kritik kommt. Gewisse Kritik lächelt man problemlos weg, da man vom politischen Gegner ja oft auch einfach mal für die Tribüne kritisiert wird. Kritik mit Hand und Fuss habe ich gerne. Gute Ideen und Entscheidungen wachsen in einer kritischen Umgebung.

Was sind die aktuell grössten Herausforderungen, denen unsere Gesellschaft ausgesetzt ist?

Das ist für mich klar die Klimakrise. Wir sind an einem Punkt, an dem dringend gehandelt werden muss, wenn wir ein Desaster verhindern wollen. Das Gute daran: Der Klimawandel ist menschengemacht. Das bedeutet, dass wir etwas machen können.

Lehre oder Studium?

Lehre und Studium – Ich selber habe ursprünglich eine Lehre gemacht und dann die Durchlässigkeit des schweizerischen Bildungssystems genutzt, um schlussendlich einen universitären Master abzuschliessen. Für mich war dies der ideale Weg. Die Schule alleine hätte mich zu Tode gelangweilt. Ich wollte etwas Praktisches machen. Natürlich war es dann auch schön, dass ich so die Möglichkeit hatte, während dem Studium nebenbei ordentlich Geld zu verdienen.

Welche Veränderungen im Bildungssystem erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Insbesondere der Einsatz digitaler Medien wird sich mehr und mehr durchsetzen und Papier durch einen Bildschirm ersetzt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten und ermöglicht, mehr auf Stärken und Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schüler einzugehen. Dazu müssen aber durchdachte Apps vorhanden und die Lehrpersonen in deren Anwendung geschult sein.

Welches Studium bzw. Weiterbildung würde Sie momentan interessieren?

Ich starte bald das Certificate of Advanced Studies (CAS) in Schulleitung. Es gäbe aber noch einige technische Studiengänge, die mich interessieren würden.

Haben Sie ein (politisches) Vorbild?

Ich habe es nicht so mit Idolen und Vorbildern und lasse mich lieber von vielen Menschen inspirieren als von einem einzelnen.

Zur Person:

Daniel Hölzle, Präsident und Grossrat Grüne Aargau, ist Chemiker und Schulleiter. Der 38-Jährige wohnt in Zofingen, schätzt inspirierende Gespräche mit vielen Menschen und lässt das mit dem stolz sein einfach mal sein.

Wir danken Daniel Hölzle für das Interview.

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