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Michael Künzle, Stadtpräsident von Winterthur, erzählt uns im Interview, wieso man als PolitikerIn eine Elefantenhaut braucht, welche realisierten Projekte ihn besonders stolz machen und wieso es für junge Leute wichtig ist, an die Urne zu gehen.

Auf welchen Erfolg Ihrer bisherigen politischen Karriere sind Sie besonders stolz?

Das sind einige. Dass ich von den Winterthurerinnen und Winterthurern als Stadtrat und dann als Stadtpräsident gewählt worden bin, ist eine grosse Ehre für mich. Und dann sind da die vielen Projekterfolge der letzten 14 Jahre wie beispielsweise die Einführung Bike Police, Einführung Ermittlungsdienst, Aufhebung der offenen Drogenszene, Goldauszeichnung als Energiestadt, Finanzierung städtisches Museumskonzept (mit Villa Flora), Auslagerung des Theaters Winterthur, Gründung House of Winterthur usw.

Weshalb haben Sie sich für ein politisches Amt entschieden?

Ich will Verantwortung tragen und mitbestimmen, wie sich die Stadt Winterthur in Zukunft entwickeln soll. Die Menschen sollen gerne in Winterthur wohnen, arbeiten und zu Gast sein.

Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial für die Schweizer Bildungslandschaft?

Das Gleichgewicht zwischen akademischer Karriere und Berufskarriere muss im Auge behalten werden. Wir brauchen beides: WissenschaftlerInnen und Berufsfachleute.

Trifft die Politik genügend Massnahmen für das Schweizer Bildungssystem?

Ich denke, dass das Schweizer Bildungssystem vorbildlich ist und die Politik sich dessen bewusst ist. Bildung hat einen sehr hohen Stellenwert in der Schweiz.

Was raten Sie jungen Menschen, die eine politische Laufbahn anstreben?

Ich rate allen jungen Menschen, dass sie sich an der politischen Meinungsbildung beteiligen, an die Urne gehen, sich Parteien anschliessen, sich informieren und argumentieren. Es ist wichtig für unsere Demokratie, dass die Menschen diese Chance, die unser Land bietet, auch nutzen.

Wie gehen Sie als Politiker mit Kritik um?

Man muss als Exekutivpolitiker eine Elefantenhaut und die nötige Gelassenheit haben. Das ist aber nicht immer so einfach. Kritik gehört dazu, man kann es nicht allen recht machen.

Was sind die aktuell grössten Herausforderungen, denen unsere Gesellschaft ausgesetzt ist?

Wir müssen die Lebensqualität für die Menschen in unserem Land erhalten, zur Umwelt Sorge tragen, für Sicherheit sorgen, den jungen Menschen eine Perspektive bieten und im Alter für die finanzielle Sicherheit sorgen.

Lehre oder Studium?

Persönlich habe ich an der Universität Zürich Jurisprudenz studiert. Meine vier Kinder haben alle eine Lehre gemacht. Es braucht zwingend beides.

Welche Veränderungen im Bildungssystem erwarten Sie in den nächsten Jahren?

In den letzten Jahren wurde das ganze System viel durchlässiger. Vielleicht geht diese Entwicklung noch weiter. Ausserdem müssen wir die jungen Menschen fit machen für die digitale Arbeitswelt. Es wird neue Berufsprofile geben, was wiederum neue Kompetenzen notwendig macht.

Welches Studium bzw. Weiterbildung würde Sie momentan interessieren?

Geschichte und Politikwissenschaften.

Haben Sie ein (politisches) Vorbild?

Eigentlich nicht. Viele Politiker haben viel Gutes gemacht. Aber wohl nicht eine oder einer alles richtig.

Zur Person:

Michael Künzle, Stadtpräsident von Winterthur und Vorsteher des Departements Kulturelles und Dienste, ist seit über 20 Jahren Mitglied der CVP Winterthur. Der 54-jährige Staatsanwalt hat ein Jus-Studium an der Universität Zürich absolviert und ist mittlerweile Präsident des Vereins Metropolitanraum Zürich und unter anderem Mitglied im Vorstand des Schweizerischen Städteverbandes des Kanton Zürich. In seiner Freizeit spielt der vierfache Familienvater gerne Saxophon und liest Bücher.

Wir danken Michael Künzle für das Interview.

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