«Studierende werden mehr Remote Learning verlangen»

Marc Weder, Geschäftsbereichsleiter Bildungskunden von Microsoft Schweiz, spricht mit uns über den Entwicklungsschub bei Schulen punkto Digitalisierung, der durch die Corona-Krise ausgelöst wurde. Zudem zeigt er die Zukunft des Lernens auf und wie Microsoft Schulen dabei unterstützen wird.

Welchen Bildungsweg hast du durchlaufen? 

Meinen Bildungsweg würde ich als eher «langweilig» beschreiben. Zuerst absolvierte ich das Wirtschaftsgymnasium in Chur, ging dann an die HSG und war in der Unternehmensberatung tätig. Parallel noch ein bisschen Militär, wo ich Kaderunterricht gegeben habe. Letztlich finanzierte ich meine Freizeit während dem Studium mit Werkstudentenstellen bei Siemens und als Tennislehrer. Überraschend war sicher mein Entscheid vor zwei Jahren: Damals entschloss ich, an der Universität Zürich noch das Studium als Gymilehrer anzupacken.

Wenn du heute deinen Bildungsweg nochmals starten müsstest, was würdest du studieren?

Ich bin happy mit meiner Entscheidung an die HSG zu gehen. Ich würde jedoch rückblickend eine andere, konkretere Vertiefung an der HSG wählen. Anstatt International Marketing würde ich eher höheres Lehramt oder sonst etwas handfesteres auswählen.

Auf welche persönlichen Erfolge bist du besonders stolz?

Stolz bin ich besonders auf meine Familie. Und über meinen Entscheid, kurz vor einem Burnout die Projektleitung bei einem Strategieprojekt in Malaysien abzugeben. Zudem bin ich stolz darauf, bei all meinen ehemaligen Arbeitgebern immer 100 Prozent loyal zum Arbeitgeber, Kunden und zu meinen eigenen Werten gewesen zu sein.

Wie haben Schulen, SchülerInnen und Studierende die Anpassung in den letzten Wochen auf Distance-Learning deiner Meinung nach gemeistert?

Sehr gut! Die Schulleiter, Lehrpersonen und SchülerInnen haben sich sehr schnell an die neue Situation angepasst. Viele SchülerInnen, gerade in tieferen Schulstufen, haben einen Entwicklungsschub bezüglich Selbstdisziplin, Arbeitsorganisation und – natürlich – Digitalisierung durchlaufen.

Wie schätzt du das ein: Werden Studierende zukünftig generell mehr von zu Hause lernen oder Prüfungen digital ablegen müssen bzw. können?

Von zu Hause lernen: Ganz klar. Die Studierenden werden von den Unis vermehrt die Wahlmöglichkeit für vor Ort oder Remote Learning verlangen. Sie haben ja in den letzten Monaten bewiesen, dass es in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zur Face-to-face Vorlesung ist. Die Unis kommen insofern unter Druck, diese Möglichkeit anzubieten.

Was wird die Digitalisierung im Bildungsbereich noch verändern?

Daten und Künstliche Intelligenz werden es zunehmend erlauben, den Dozierenden Feedback zur Effektivität ihrer Didaktik zu geben. Das Lernen wird vermehrt personalisiert werden, Prüfungen können besser auf den Wissensstand der Studierenden adaptiert werden. Zudem werden internationale Projektarbeiten noch einfacher realisierbar und schwierige Sachverhalte können mit neuen Methoden, wie beispielsweise mit HoloLens, visualisiert werden.

Wie unterstützt Microsoft Schulen im Prozess der Digitalisierung?

Microsoft unterstützt die Schulen in vielen Bereichen: Mit stark vergünstigten Lösungen wie Microsoft Teams und Office 365 oder Azure Credits. Zudem gibt es umfangreichen Online Schulungen, Lernplattformen wie Microsoft Learn und LinkedIn Learning, welche den Schülerinnen und Schülern im Schulalltag helfen.

Spätestens seit der Corona-Krise ist «Microsoft Teams» allen ein Begriff: Wie hat sich das gezeigt? 

Microsoft Teams ist bei Schulen auf allen Stufen eine riesige Erfolgsgeschichte. Die Corona-Krise hat den Bedarf von einer solchen integrierten Kommunikations- und vor allem auch Kollaborationslösung nochmals in dramatischer Form aufgezeigt. Die Nutzung hat sich seit anfangs Jahr auf allen Schulstufen nochmals vervielfacht.

Welche Vorteile hat «Teams» für SchülerInnen, Studierende und Schulen gegenüber anderen, ähnlichen Tools?

Ein wichtiger Vorteil von Microsoft Teams ist, dass es im Gegensatz zu reinen Video- und Chatlösungen, eine Art virtuelles Schulzimmer darstellt. Microsoft Teams erlaubt nebst Kommunikation per Video und Chat auch sehr moderne Kollaboration wie Dokumentenablage, Co-Authoring, das Verteilen von Aufgaben und vieles mehr.

Welche Pläne und Ziele hat Microsoft im Bildungsbereich für die Zukunft?

Microsoft wird sein jahrzehntelang bewiesenes Commitment zur Bildung weiterführen. Mit Lösungen wie Microsoft Teams, Azure, Github, LinkedIn Learning und umfangreichen Schulungsangeboten werden wir weiterhin für die Schulen und Universitäten da sein.

Was hast du dir für deine berufliche Zukunft noch vorgenommen?

Mich dort zu engagieren, wo ich einen Beitrag leisten kann. Nicht aufhören zu lernen und das zu tun, was ich gerne tue!

Viele Junge wollen Karriere machen: Auf was kommt es an, damit das klappt? 

Finde heraus, was Dich interessiert. Mach es. Der Rest ergibt sich!

Was sollte man mitbringen, wenn man z.B. nach dem Studium bei Microsoft erfolgreich sein möchte?

Sehr wichtig ist Engagement und die Bereitschaft zu Lernen.

ÜBER MICROSOFT
Microsoft ist weltweit der größte Softwarehersteller und eines der grössten Unternehmen überhaupt. In der Schweiz ist Microsoft seit 1989 präsent und beschäftigt als Microsoft Schweiz GmbH in Wallisellen, Bern, Basel und Genf über 620 Mitarbeitende.


Microsoft Teams
Microsoft Teams ist eine Plattform, die Chat, Besprechungen, Notizen und Anhänge kombiniert. Besonders gut eignet es sich für Distance Learning und Online Vorlesungen. Neben Videochats kann auf Microsoft Teams auch eine Aufgabenteilung sowie die Ablage oder der Austausch von Dokumenten in einer Gruppe organisiert werden.


Kooperation zwischen eduwo und Microsoft Schweiz
Die Schweizer Bildungsplattform eduwo engagiert sich gemeinsam mit Microsoft Schweiz für ein zukunftsgerichtetes und transparentes Bildungssystem in der Schweiz. Ziel ist es, junge Menschen auch für technologische Berufe zu begeistern. Dazu ist Marc Weder, Bildungsverantwortlicher von Microsoft Schweiz, im Advisory Board von eduwo.

Wir danken Marc Weder herzlich für das Beantworten der Interview Fragen!