Gwendolyn Graf ist Initiantin und Präsidentin der Programmkommission des ersten interdisziplinären Studierendenkongresses der Schweiz. Wir haben mit der jungen Medizinstudentin gesprochen, um herauszufinden, was die Idee hinter dem Studierendenkongress ist und was er der Bildungslandschaft Schweiz bringt.

Gwendolyn, wann und wie bist du auf die Idee gekommen, einen Studierendenkongress zu organisieren?

Das ist schon einige Zeit her. Vor über zwei Jahren haben Christian Schmidhauser und ich beschlossen, einen Studierendenkongress ins Leben zu rufen und zwar aus dem einfachen Grund, dass viele Bachelor- oder Masterarbeiten nach der Fertigstellung irgendwo in einer Schublade verstauben. Auch die Präsentationen, die in einigen Studiengängen Pflicht sind, werden ausschliesslich von wenigen Menschen besucht. Dies habe ich vor allem auch in meinen früheren Studienfächern gemerkt und es hat mich immer etwas gestört. Wir dachten uns deshalb: Das darf nicht sein! In diese Arbeiten wird so viel Zeit und Herzblut gesteckt und dann verschwinden diese grossartigen Ideen irgendwo in den Schränken von Studierenden. Das ist sehr schade und das Potential von vielen Arbeiten wird nicht erkannt. Genau das wollen wir mit dem Studierendenkongress ändern.

Was ist das Besondere am Kongress, den ihr jetzt aufgezogen habt?

Es gibt sicherlich zwei Aspekte, die den Kongress einzigartig machen: Erstens ist er interdisziplinär und gesamtschweizerisch. Wir möchten Studierenden aus allen Studienfächern aus der ganzen Schweiz die Möglichkeit geben, ihre Arbeiten aus allen möglichen Disziplinen zu präsentieren. Zweitens ist es eine einmalige Möglichkeit zur Vernetzung. Wie viele Leute kennst du, die nicht dasselbe studieren wie du? Oder kennst du Studierende von anderen Universitäten, die denselben Studiengang belegen? Jede und jeder könnte so viel von anderen Studierenden lernen und erfahren, wenn es nur eine Plattform geben würde, um sich austauschen und kennen zu lernen und genau das möchten wir auch bieten.

Was kann ich alles erleben, wenn ich am Kongress als Besucher/in teilnehme?

Die spannenden Präsentationen von Studierenden aus der ganzen Schweiz, unter anderem in den Studienfächern Biologie, Sprachwissenschaften, Philosophie, Physik, Ökonomie, Recht und noch vielen weiteren, bilden sicherlich den Kern des Kongresses. Ausserdem gibt es viele Workshops, welche deine Skills in Bezug auf deinen Alltag an der Universität, der Fachhochschule oder an der Pädagogischen Hochschule verbessern. Ein weiterer Punkt: Die Verpflegung, welche gratis am Kongress verfügbar ist.
Die Medizinstudentin Gwendolyn Graf organisiert den ersten Studierendenkongress, der am 12. und 13. April in Zürich stattfindet.

Was darf ich auf keinen Fall verpassen am Kongress?

Ein Höhepunkt ist auf jeden Fall der Science Slam, der am Freitagabend stattfindet. Auch die Podiumsdiskussion, unter anderem mit Prof. Dr. Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, und Prof. Dr. Angelika Kalt, Direktorin Schweizerischer Nationalfonds, sowie die After-Show Party gehören definitiv zu den Highlights des Studierendenkongresses.

Was war der emotionalste Moment bisher bei der Planung?

Das war auf jeden Fall die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Wir hatten bis dahin zwar einige Anmeldungen erhalten von Studierenden, die ihre Arbeiten präsentieren möchten. Diese reichten aber nicht aus, um ein zweitägiges Kongressprogramm zu füllen. Wir bangten also, ob der Kongress überhaupt in der geplanten Grösse durchführbar sei. Kurz vor Silvester – ganz studentisch auf den letzten Drücker – erreichten uns aber noch überwältigend viele Arbeiten, so dass wir nun ein stolzes Programm von 30 mündlichen Präsentationen und 13 wissenschaftlichen Postern präsentieren dürfen. Ich glaube, das ist sowieso das Aufregende an der ganzen Organisation: Da wir den Kongress zum ersten Mal durchführen, haben wir noch keine Referenzwerte und müssen immer wieder flexibel sein und uns an die Umstände anpassen.

Zum Abschluss des Gespräches, gib uns doch noch ein paar Fakten zum Kongress.

Die wichtigste Zahl vorweg: Der Studierendenkongress gibt 43 Studierenden die Chance, ihre Arbeiten der ganzen Schweiz vorzustellen. Zudem gibt es über 20 Workshops, welche besucht werden können. Wir rechnen mit insgesamt 500 Besucher/innen an beiden Kongresstagen.

Der Studierendenkongress findet am 12. und 13. April 2019 an der Universität Zürich, Irchelcampus statt und wird auf die Initiative von Gwendolyn Graf und Christian Schmidhauser unter dem Deckmantel des Verbands der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH) organisiert und wird u.a. durch die Universität Zürich, Universität Basel und Studierendenorganisationen aus der ganzen Schweiz unterstützt. Alle Infos sowie die Anmeldung zum Kongress findest du unter: www.studierendenkongress.ch. Für Studierende einer Schweizer Hochschule ist die gesamte Teilnahme kostenlos.
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