Da steht man nun am Anfang, in der Mitte oder bereits am Ende seiner Studienzeit. Immer wieder hinterfragt man seinen gewählten Weg und es tauchen Fragen auf wie: „Schaffe ich es, Studium, Studentenjob, Freizeit etc. unter einen Hut zu bringen?“, „Hätte ich nicht besser berufsbegleitend studiert?“ und viele mehr….

Solche und ähnliche Fragen sind auch mir während meiner Studienzeit immer wieder durch den Kopf gegangen und ich will dir daher in diesem Beitrag einen kleinen Einblick über meinen Weg geben. Dieser lässt sich ganz passend, entlang den im Studium gelernten Phasen des Konjunkturzyklus (Boom, Abschwung, Depression, Aufschwung), beschreiben.

Boom: Juhee, das Assessment ist geschafft!

Im September 2015 ging es, frisch erholt vom Sprachaufenthalt in Toronto, mit dem Vollzeitstudium los. Die Erwartungen waren gross und mein Ziel war es mit der Vertiefung Marketing und Kommunikation erfolgreich abzuschliessen. Gleichzeitig wusste ich, dass viel Arbeit vor mir lag. Denn viele meiner Mitstudierenden brachten einen kaufmännischen Hintergrund mit. Durch die Grundausbildung Detailhandelsfachfrau EFZ fehlte mir jedoch einiges an Hintergrundwissen. Dennoch gab ich die Hoffnung nicht auf und setzte mich umso mehr mit Modulen wie Mathematik, Recht sowie Informatik auseinander. Die ersten beiden Semester vergingen wie im Flug und schon bald standen die Abschlussprüfungen vor der Tür. Obwohl ich mich gut vorbereitet hatte, war ich jeweils sehr angespannt. Hatte die Zeit wirklich gereicht, um meine Wissenslücken zu schliessen? Dann kam er endlich, der wohl jedem Studierenden bekannte Briefkastenmoment. Von diesem Zeitpunkt an war klar: „Juhee, das Assessment ist geschafft!“

Abschwung, Depression: In der Mitte geht die Puste aus

Nach diesem hart erkämpften Erfolg ging es ins dritte Semester. Das Modul „allgemeines Marketing“ bestätigte mich im Entscheid für diese Vertiefungsrichtung. Alles in allem verlief dieses halbe Jahr reibungslos. Doch dann folgte der zunehmende Abschwung. Eine sehr grosse Projektarbeit nahm im vierten Semester immer mehr Zeit in Anspruch. Dadurch blieb kaum mehr Zeit für andere Module oder Erholung. Neben diesem Stressfaktor kamen gesundheitliche Probleme hinzu. Durch die Ungewissheit über meinen Gesundheitszustand und den Druck im Studium gab ich zunehmend den Mut auf. Bis zu diesem Punkt, wo ich kurz davor war mein Studium abzubrechen. Unter Zuspruch von Familie und Freunden entschloss ich mich schweren Herzens mein Studium um ein Semester zu verlängern. Ich sammelte meine letzten Energiereserven und absolvierte die reduzierte Anzahl an Modulen.

Aufschwung: Mit neuer Energie zum Schlussspurt

Nach diesem Rückschlag kamen die Semesterferien genau zum richtigen Zeitpunkt, um neuen Tatendrang zu finden. Der Start ins fünfte Semester war mit zahlreichen Ungewissheiten verbunden. Denn ich besuchte nun nicht mehr nur Module mit meiner Stammklasse, sondern wurde in vier unterschiedliche Klassen eingeteilt. Meine Zweifel waren jedoch unbegründet und ich stellte schnell fest, dass man vom Erfahrungsschatz der berufsbegleitenden Studierenden sehr viel mitnehmen kann. Ich war sehr beeindruckt, wie sie Beruf, Studium und Freizeit unter einen Hut bringen. In der Zwischenzeit hatte sich auch mein Gesundheitszustand eingependelt. Darüber hinaus hatte sich der ganze Stress mit der grossen Projektarbeit gelohnt. Es bot sich die einmalige Gelegenheit, diese vor 1‘000 Personen zu präsentieren. Alle diese positiven Aspekte gaben mir einen neuen Energieschub.

Gestärkt ging es ins sechste Semester, wobei die grösste aller Challenges „die Bachelorarbeit“ auf mich wartete. Weiter stand die Frage im Raum, was ich im Anschluss während des zusätzlichen Semesters nebenbei mache. Somit lautete der Leitsatz dieser Zeit „Bachelorabeit-Marathon und Jobsuche“. Nach erfolgreichem Abschluss dieses sechsten Semesters war ich mit elf fehlenden Credits nur noch eine Haaresbreite vom Ziel entfernt.

In der Zwischenzeit hatte ich eine befristete Praktikumsstelle gefunden. Dadurch wurde ich – wer hätte es bei Studienstart gedacht – selbst zu einer berufsbegleitenden Studentin in einer Vollzeitklasse. Auf die Lernphase des siebten Semesters blickte ich beruhigt, da das Ende des Praktikums zwei Monate vor den letzten Prüfungen war. Mitten in diesem Semester entdeckte ich dann eine sehr interessante Stellenausschreibung. Da nahmen die Dinge wie von selbst ihren Lauf. Nach Ablauf der Praktikumszeit wechselte ich noch innerhalb der gleichen Woche in meinen jetzigen Job. Diesen begann ich im 60 Prozent Pensum und erlebte dadurch einen intensiven Schlussspurt mit der Einarbeitung, den Modulbesuchen und der Prüfungsvorbereitung. Mitte Februar 2019 warteten schliesslich zwei positive Ergebnisse auf mich: Zum einen war dies das Ende der Probezeit und zum anderen der lang ersehnte Abschluss des Studiums. Das Ziel ist erreicht!

Rückblickend kann ich dir von meinen eigenen Erlebnissen während des Studiums mit auf dem Weg geben, dass es zur Erreichung deiner Ziele kein richtig oder falsch gibt. Das Entscheidende sind die wertvollen Erfahrungen, die man sowohl durch Erfolge als auch Rückschläge gewinnt. Ganz nach dem Motto: „Ändere deine Pläne jedoch nicht deine Ziele.“

Dieser Beitrag ist als Erstpublikation auf fhnews.ch erschienen.

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