Gleich einem Damoklesschwert schwebte früher der Gedanke an die nächste Klausurenphase über meinem Kopf. Ich merkte, wie mein Herzschlag schneller wurde und mir bereits ein flaues Gefühl durch die Magengegend huschte. Wem es schon einmal ähnlich ergangen ist, der ahnt wahrscheinlich wovon hier die Rede ist: Prüfungsangst. Etwas Nervosität gehört zwar zu Prüfungen wie Kaffee zum Morgen, aber wenn der Stress mit der Zeit zur Belastung wird, ist das „normale“ Mass dann doch überschritten.

Woher kommt diese irrationale Angst? Es ist ein Prozess, der oft schon in der Kindheit stattgefunden hat. Testsituationen wurden vom Gehirn als stressig und bedrohlich abgespeichert, genauer gesagt vom Limbischen System, auch bekannt als Schaltzentrale der Gefühle. Die Prüfung wird von uns unterbewusst also negativ und als Gefahr gewertet und so entstehen folglich die Paniksymptome. Irgendwann war diese Angst einfach da, obwohl ich nie Probleme mit schlechten Noten hatte. Herzrasen, Angstschweiss, Übelkeit und Schwindel sind eindeutige Anzeichen für Prüfungsangst und sorgen dafür, dass Konzentration unmöglich wird. Erlerntes Wissen kann vor lauter Unruhe nicht abgerufen werden. Die Intensität und die Häufigkeit dieser Angst variiert. Manche haben diese Panik auch nur, oder besonders stark, vor schwierigen Fächern, oder einmalig vor umfangreichen Abschlussprüfungen.

Das macht die Klausurenphase für einige Schüler oder Studierende doppelt schwer. Ganz schön unfair! Da zieht einem tatsächlich das eigene Limbische System einen Strich durch die Rechnung… Kann Prüfungsangst denn nicht in irgendeiner Form auch eine Chance sein? Ich sage aus heutiger Sicht ganz klar „Ja“, auch wenn ich es in der akuten Situation wohl nicht so gesehen hätte. Weil man sich besser zum Lernen und Vorbereiten motiviert. Der Druck darf nur nicht Überhand nehmen. Wie so oft im Leben kommt es auf die richtige Balance an. Ich empfinde es auch als eine Chance, die Warnsignale des Körpers richtig zu erkennen und sich selbst besser zu verstehen. Es ist immer ein Gewinn, dazu zu lernen, vor allem wenn es einen persönlich betrifft, beziehungsweise die eigene Persönlichkeit. Warum habe ich Angst, und wie kann ich an meinen Gedanken arbeiten? „Cogito ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich“, sagte schon Descartes. Unser Denken definiert uns. Und Probleme sind bekanntlich dazu da, um gelöst zu werden. Also habe ich mich eingehend mit dem Thema Prüfungsangst auseinandergesetzt.

Lösungsansätze für mehr Unbeschwertheit

Zum Glück können sich die meisten von dieser Angst befreien. Ich spreche aus Erfahrung. Etwas nervös bin ich auch weiterhin vor Tests, aber ohne, dass es mich blockiert oder belastet.

Einen Rat habe ich bei meiner Recherche immer wieder gelesen: Vorbereitung sei das Wichtigste. Rechtzeitiges Lernen und Sicherheit mit dem erlernten Wissen sorgen für weniger Stress in der Prüfung. Das leuchtet ein. Mir hat ausserdem geholfen, mich nicht mehr von vornherein in negatives Denken zu steigern. Sätze wie „Ich schaffe das nicht“, oder „Das wird sicher furchtbar“, sind tabu! Damit tut man sich nichts Gutes. Wie wäre es mal mit einem positiven Motto? „Ich kann das und ich werde das rocken!“ So oder so ähnlich stärkt man sein Selbstbewusstsein und beruhigt sich. Ja, das klingt banal, aber es funktioniert – und so trainiert man sein Gehirn, nach und nach Prüfungsgedanken nicht nur mit schlechten Gefühlen zu verbinden. Von heute auf morgen geht das nicht, die Umgewöhnung braucht ihre Zeit. Man muss geduldig mit sich selbst sein.

Auch wichtig ist die Entspannung. Yoga, beruhigende Musik und Duftkerzen, ein langes Bad oder auch Meditation können dabei helfen. Atemübungen eignen sich sowohl in der Vorbereitungsphase, als auch in der Klausur zum Entspannen. Meist atmet der Mensch in Angstsituationen nur in den Brustkorb. Man soll eine Handfläche auf seinen Bauch legen und die Luft tief in den Bauchraum fliessen lassen. Die Hand dient der Kontrolle, dass sich der Bauch wirklich hebt und senkt, und dass man ruhig und regelmässig durchatmet.

Mit neuem Selbstvertrauen nach vorne blicken 

Nicht zu Klausuren zu erscheinen oder diese zu verschieben, bringt einen nicht weiter. Man muss sich dieser Angst stellen, um sie Stück für Stück zu überwinden. Was soll überhaupt Schlimmes in einer Prüfung passieren?! Klar möchte man möglichst erfolgreich bestehen, aber diesen Leistungsdruck macht man sich selbst! Es geht nicht um Leben oder Tod. Wahrscheinlich ist es der Ehrgeiz, der viele in die Prüfungsangst treibt. Total kontraproduktiv! Wer es alleine nicht aus dieser Angst schafft, der muss nicht damit leben, sondern sollte sich professionelle Hilfe suchen. Nicht nur, um Klausurenphasen unbeschwerter zu meistern. Man wird auf verschiedene Weise immer wieder in Testsituationen kommen, sich mit der Lösungssuche zu befassen, wird also langfristig von Vorteil sein.

Das Problem zu erkennen und es sich einzugestehen ist bereits der erste Schritt in die richtige Richtung. Es ist nicht ganz einfach, aber mit Geduld und gezielter Vorbereitung kann man Prüfungsangst gut in den Griff bekommen. Ich glaube an euch, und ihr solltet das auch tun! Denkt dran: Ihr schafft das, und ihr werdet das rocken!

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