Viel Freizeit, liegen den Eltern auf der Tasche und «du hast es ja so gut». Das sind Worte, die jeder Studierende schon sicherlich mal gehört hat. Doch nicht alle Vorurteile stimmen: Laut dem Bundesamt für Statistik arbeiten 73% neben dem Studium. 

Als Student und Studentin wird man im Verlauf des Studiums jeglichen lustigen und interessanten Vorurteilen begegnen. Okay – Das mit der Freizeit und der finanziellen Lage stimmt teilweise, wenn man sich die Länge der Semesterferien mal ansieht und das Einkommen der Studierenden ist in der Regel auch nicht extrem hoch. Doch laut der neusten Medienmitteilung des Bundesamts für Statistik arbeiten drei Viertel der Studierenden 9.5 Stunden pro Semesterwoche neben dem Studium.

Weniger Freizeit als gedacht

Zugegeben wünschen sich die einen oder die andern eine Arbeitswoche von 9,5 Stunden, doch das Studium an sich konsumiert bereits 35,4 Stunden. Rechnet man den wöchentlichen zeitlichen Gesamtaufwand für die Erwerbstätigkeit, Studium, Haus- und Familienarbeit sowie ehrenamtliche Tätigkeiten zusammen, beträgt dies 52,0 Stunden. Mit zunehmendem Alter wird die zeitliche Gesamtbelastung grösser: sie reicht von durchschnittlich 48,4 Stunden bei der jüngsten Altersgruppe (maximal 20 Jahre) bis 60,8 Stunden bei den ältesten Studierenden (über 35 Jahre). Während der Zeitaufwand für das Studium mit höherem Alter oder bei Studierenden mit Kindern abnimmt, steigt der Aufwand für die Erwerbstätigkeit sowie für Haus- und Familienarbeit an.

Nicht alle Vorurteile sind beseitigt

Doch die Vorurteile kann man nicht ganz beseitigen: Obwohl 73% der Studierenden einen Studentenjob haben und die eigene Erwerbstätigkeit 40% des Budgets ausmacht, ist und bleibt das Darlehen der Familie die wichtigste Einnahmequelle. Somit sind nicht ganz alle Vorurteile der Studierenden beseitigt, jedoch kann man sagen: Sie versuchen finanziell unabhängiger zu werden. Besonders die Altersgruppe der 26-30-jährigen priorisiert die Einkommensquelle der Erwerbstätigkeit als die familiäre Unterstützung. Bei Studierenden, die aus einem Elternhaus stammen, in dem mindestens ein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt, macht die familiäre Unterstützung fast zwei Drittel der Einnahmen aus. Bei Studierenden, deren Eltern einen tieferen Bildungsabschluss besitzen, macht die Unterstützung der Familie weniger als die Hälfte der Einnahmen aus.

Ein Drittel der Studierenden beantragt Stipendien oder Darlehen

Im Vergleich zur familiären Unterstützung und zur Erwerbstätigkeit haben die Ausbildungsbeiträge ein geringeres Gewicht im Budget der Studierenden: Stipendien und Darlehen entsprechen durchschnittlich 4% der Einnahmen. Für die Bezügerinnen und Bezüger sind sie jedoch von grosser Bedeutung. Im Frühlingssemester 2020 haben 27% der Studierenden einen Antrag auf Ausbildungsbeiträge bei der öffentlichen Hand, bei Hochschulen oder privaten Organisationen gestellt. In 43% der Fälle wurden Beiträge bewilligt. Falls du mehr Informationen bezüglich Finanzierung und Stipendien benötigst, lege ich dir diesen Artikel sehr ans Herz. 

«Hotel Mama» wird länger gebucht

Rund 41% der Studenten leben bei den Eltern. Eventuell lebt man als Student oder Studentin länger Zuhause, jedoch spart man somit auch am meisten. Kein Wunder, denn die Kosten für eine Wohnung und schon alleine die Suche nach einem idealen WG-Zimmer können sowohl Nerven rauben als auch ein Loch im Geldbeutel hinterlassen. Doch tritt man ein Fernstudium an, hat man fast keine Wahl und muss von Zuhause ausziehen oder sich mit dem Leben als Pendler anfreunden. Somit wohnen 21% der Studierenden in einer Wohngemeinschaft und knapp zehn Prozent in einem Wohnheim oder alleine. Bei eduwo findest du viele hilfreiche Tipps und Tricks bezüglich dem Wohnen als Student oder Studentin. 

Es trügt als wird man einige Vorurteile nie los. Sicherlich verdienen Studierende nicht genug, um sich ein Leben in Hülle und Fülle finanzieren zu können. Aber eines steht fest: Fast kein Student und keine Studentin lässt sich freiwillig das ganze Leben finanzieren. Die finanzielle Lage sollte auch niemanden an einer Weiterbildung hindern, darum gibt es Unternehmen wie educa oder stipendium.ch, die bei der Finanzierung einer Aus- und Weiterbildung sehr hilfreich sein können. Unter anderem ist es sicherlich empfehlenswert einen Studentenjob in Betracht zu ziehen, denn diese Beschäftigungen haben ein kleines Arbeitspensum und eignen sich somit ideal für den Wochenplan von Studierenden.  

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