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Im Leben von Tobias Gunzenhauser, der ursprünglich Betriebsökonomie studiert hat, dreht sich heute alles um Babybrei. Der Co-Founder und CEO von yamo erzählt uns, welche Skills aus dem Studium ihm als Gründer helfen, was er heute anders machen und wer er am liebsten zum Zmittag treffen würde.
Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Startup zu gründen?

Alles begann im Herbst 2015. Mein zukünftiger Mitgründer Luca und ich haben uns in einem Selbstversuch einen Monat lang vegan ernährt. In dieser Zeit mussten wir beim Einkaufen sehr genau auf die Inhaltsstoffe von Produkten schauen. Dabei fiel uns auf, dass in vielen Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt zu viele ungewollte Zusatzstoffe stecken. Ausser im Babybrei, der ohne Zusatzstoffe 18 Monate oder länger haltbar war. Wir haben uns gefragt, wie das möglich ist und eine Antwort erhalten: Der Babybrei wird für die Haltbarkeit hitzesterilisiert, wobei leider wertvolle Vitamine verloren gehen. Da haben wir uns gesagt: Es muss eine frische Alternative her!

Was braucht es, um ein Startup zu gründen?

Ein komplementäres Gründerteam, welches ab Tag eins immer 100 Prozent ehrlich mit sich ist. Man macht sich gemeinsam auf den sehr abenteuerlichen und herausfordernden Pfad des Unternehmertums – alleine geht das nicht.

Was machst du, wenn du nicht gerade arbeitest?

Ich bin ein Genussmensch. Ich liebe es zu kochen, einen feinen Wein zu trinken und das alles am besten in Gesellschaft von Freunden. An einigen Wochenenden trifft man mich auch in Basel an. Obwohl ich zwar seit bald zehn Jahren nicht mehr in Basel lebe, habe ich nach wie vor meine Saisonkarte im Joggeli.

Was hast du von deiner Ausbildung mitgenommen, das für deine Gründung nützlich war?

Ich war nie besonders begabt in Financial Accounting oder Controlling. Gerade deshalb musste ich im Studium in diesen Fächern ziemlich viel lernen. Das damalige Trainieren von Disziplin und Durchhaltewille hilft mir heute sicher.

Welches ist das beste Studium für angehende GründerInnen?

Ob es ein „bestes Studium“ für angehende GründerInnen gibt, kann ich nicht beurteilen. Ich denke, es gibt eine Korrelation zwischen dem Typ Mensch, der eventuell mal gründet, und dem Studium, welches er wählt. Vermutlich braucht es einen gewissen Hang zur Kompetitivität um zu gründen. Und Menschen, die kompetitiv veranlagt sind, wählen vielleicht eher Studiengänge im Bereich BWL oder gehen an die ETH.

Theorie oder Praxis?

Ich bin sehr praktisch veranlagt, möchte Dinge umsetzen und etwas aufbauen. Gleichzeitig braucht es eine theoretische Grundlage um gewisse Themen, zumindest im Ansatz, zu verstehen.

Was würdest du heute anders machen?

Gerne würde ich mindestens eine Programmiersprache beherrschen. Retrospektiv hätte ich mir dies ab Teenageralter gerne beigebracht, um heute viele Herausforderungen und Chancen noch besser zu verstehen.

Welche bekannte Persönlichkeit würdest du gerne zum Lunch treffen?

Mich inspirieren viele Menschen. Seien es sozial engagierte Journalisten wie Christopher Hitchens, Unternehmer wie Elon Musk oder Sportler wie Roger Federer. Aber wenn ich könnte, dann würde ich in der Zeit zurückreisen und mich bei einem extensiven Mittagessen mit Winston Churchill über die Welt von heute austauschen.

Was braucht euer Startup unbedingt noch?

Aktuell sind wir auf der Suche nach einer/m Head of Business Development. Wäre super, wenn wir da bald jemanden finden würden.

Was ist das Beste daran, ein eigenes Startup zu haben?

Für mich ist es die Möglichkeit, von Grund auf etwas aufzubauen. Es ist eine unglaublich anstrengende Herausforderung, aber es ist das grösste Privileg diesen Weg gemeinsam mit intelligenten, ambitionierten und vor allem charakterlich so tollen Menschen zu bestreiten, wie ich das darf.

Was ist das Schwierigste daran, ein eigenes Startup zu haben?

Wir haben eine grossartige Kultur bei yamo, lernen jeden Tag dazu, nehmen uns selbst nicht zu ernst aber träumen und handeln gross. Die richtigen Kolleginnen und Kollegen zu finden, welche nicht einfach einem Job nachgehen, sondern wirklich etwas bewirken wollen, das ist nicht einfach.

Wo stehen du und dein Startup heute in einem Jahr?

In einem Jahr werden wir neue Produkte für ältere Kinder lanciert haben. Zusätzlich werden wir unsere Distribution ausweiten und damit unserer Mission auf dem Weg zur Marke mit der leckersten und gesündesten Baby- und Kindernahrung ein Stückchen näher sein.

Welches Studium würde dich aktuell interessieren?

Ich bin sehr vielseitig interessiert. Wenn ich die Freiheit hätte, einfach zu studieren – unabhängig der Jobaussichten – dann wäre es ein Geschichtsstudium. Um es mit den Worten von Helmut Kohl zu sagen: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“

Zur Person:

Tobias Gunzenhauser hat 2017 den Master in Betriebswirtschaft an der Hochschule Luzern abgeschlossen. Bevor er 2016 gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern yamo gründete, war er bei Coop und der Gruppo Campari tätig. yamo stellt natürliche Bio-Nahrung für Kleinkinder her, die dank eines schonenden Hochdruckverfahrens mehrere Wochen haltbar ist und ganz ohne Zusatzstoffe auskommt.

Wir danken Tobias Gunzenhauser für das Interview.

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