«Es gibt Dinge, die lernt man nur durchs Erleben»



Welche Skills braucht ein Gründer? Auf was ist man nicht vorbereitet? Was lernt man nicht in der Ausbildung? Im Interview erzählt uns Stefan Huber mehr dazu. Er ist Gründer mehrerer Firmen, darunter auch StoryUp. Heute ist er als Berater und Coach für Storytelling in Innovation, Leadership, Marketing und Sales tätig.





Wie bist du auf die Idee gekommen, dein Start-Up zu gründen?

Das war 2006 in München, als ich bei ProSiebenSat1 ein Volontariat gemacht habe. Im Rahmen der Ausbildung durfte ich auch bei einer Zeitung Erfahrungen sammeln. Dort wurde mir bewusst, dass gerade Zeitungen künftig einen grossen Bedarf an Video-Content haben werden. Da kam mir die Idee für die erste Firmengründung; einen digitalen Marktplatz für Video-Content. 

Was braucht es, um ein Startup zu gründen?

Eine Idee, einen Markt, eine Vision, Euphorie und Mut. Zusätzlich kann ein wenig Naivität nicht schaden. Es braucht ein Gründerteam, das nicht nur aus Schönwetterfussballern besteht. Die müssen auch mal ein Tal durchschreiten können ohne gleich aufzugeben. Gefragt sind künftige Entrepreneure. 

Was hast du in deiner Aus- oder Weiterbildung gelernt, das dir in deiner jetzigen Funktion weiterhilft?

Ich muss zugeben, dass ich mir als Studienabbrecher vieles selber beigebracht habe und mein Wissen mit spezifischen und berufsbegleitenden Weiterbildungen erweitert habe. Ich habe mit diesen Weiterbildungen die theoretischen Grundlagen für meine Arbeit legen können. Nach dem Motto: Erst die Erfahrung sammeln und danach die Theorie dazu kennen lernen. Da durchdringt man die Theorie viel schneller. 

Welche Skills braucht ein Gründer, die man nicht im Studium/in der Schule lernen kann?

Empathie, Unternehmertum und Leadership. Es gibt Dinge, die muss man erleben. Da hilft einem keine noch so gute Ausbildung. Wie gehe ich mit einem drohenden Konkurs um? Wie handle ich, wenn ich als Gründer Mitarbeiter entlassen muss, um die Firma zu retten? Wie überzeuge ich und bleibe gegenüber potentiellen Kunden cool, obwohl mir das Wasser bis zum Hals steht? Antworten auf solche Fragen findet man erst, wenn man mitten im Sturm steht. 

Auf welche Aspekte des Gründerdaseins warst du nicht vorbereitet?

Damals im Jahr 2007 war das Gründen noch nicht so gut unterstützt wie heute. Ich war insofern nicht sehr gut vorbereitet. Und wie erwähnt kann man sich auf gewisse Eventualitäten gar nicht wirklich vorbereiten. Der Moment der Wahrheit ist jener, in dem man mit dem Problem konfrontiert wird. 

Welche bekannte Persönlichkeit würdest du gerne zum Lunch treffen?

Ich habe 2014 beim Bergsteigen den Everest Expeditionsleiter Kari Kobler kennengelernt und treffe ihn ab und an. Das ist für mich immer wieder ein Highlight, von seiner Erfahrung zu lernen. 

Was machst du, wenn du nicht gerade arbeitest?

Ich geniesse die Zeit mit meiner Frau und meinem Sohn. Sport, Berge und ein gutes Glas Wein gehören auch dazu.

Welcher Aspekt des Gründerdaseins gefällt dir am besten? Und welcher am wenigsten?

Ich geniesse die Unabhängigkeit und das Tempo, in dem ich meine Ideen umsetzen kann. In grösseren Firmen wurde ich immer in meinem Elan gebremst, jetzt muss ich niemandem Rechenschaft ablegen. Was mir am wenigsten gefällt? Ich vermisse nichts. 

Wo stehen du und dein Startup heute in einem Jahr?

Ich will, dass wir von StoryUp in unserem Feld Storytelling für Innovation, Leadership, Marketing und Sales zu den gefragten Adressen in der DACH-Region gehören. Ich will, dass unsere Kunden mutig und agil unsere Ideen umsetzen und die Veränderung als Chance verstehen.

Was war dein Lieblingsfach in der Schule und/oder deine Lieblingsvorlesung im Studium? Weshalb?

Geschichte, Deutsch und Sport. Und bei Weiterbildungen Rhetorik und Bildsprache. Ich lebe von der Emotion und Kommunikation ist mein Feld. 

Wurdest du während deiner Ausbildung dazu animiert, innovativ zu denken und selbst Initiative zu ergreifen? Falls ja, in welcher Form?

Nicht wirklich. Lean Startup oder Design Thinking waren damals noch nicht wirklich relevante Themen. 

Hat man deiner Meinung nach jemals ausgelernt?

Nie! Ich will lernen bis ich mit 100 im Sterben liege. Dann bleibt man wach und agil. 

Wenn du nochmal ein Startup gründen könntest und es nicht das gleiche sein dürfte – was wäre es?

Mir ist es ein zentrales Anliegen, dass auch mein Sohn in Zeiten des Friedens und in einer intakten Welt aufwachsen kann. Wenn ich dazu meinen Beitrag leisten kann, bin ich glücklich. 

Wir danken Stefan Huber herzlich für das Beantworten der Fragen!

Über StoryUp:
Die StoryUp GmbH berät grössere Firmen und Startups rund um Storytelling für Innovation, Leadership, Marketing und Sales. Über ihr Netzwerk orchestrieren sie auch die Produktion und Distribution von Content und Videos.
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